CDU Kreisverband Coesfeld

Podiumsdiskussion „Soziale Medien und ihr Einfluss auf Kinder und Jugendliche“

Podiumsdiskussion „Soziale Medien und ihr Einfluss auf Kinder und Jugendliche“

„Wir können die Zeit der Digitalität nicht mehr zurückdrehen. Die Frage nach dem richtigen Maß für Kinder und Jugendliche im Umgang mit den sozialen Medien soll uns heute Abend beschäftigen.“ Mit diesen Worten leitet die Moderatorin, Gabriele Osterkamp, Vorsitzende CDU AK Schule und Bildung, CDA Stadtverband Dülmen, zum Impulsvortrag von Andrea Stullich, Landtagsabgeordnete NRW, über:

Andrea Stullich stellt eindrücklich die aktuelle Problemsituation von Social Media vor, wo insbesondere Kinder und Jugendliche auf einem sehr unsicheren Terrain durch die digitale Welt gesteuert werden. Schnell entsteht für die Nutzenden das Gefühl, etwas zu verpassen, weil die digitalen Dienste so gestaltet sind, dass sie möglichst oft und lange auf den Seiten verweilen sollen.

Für das entsprechend fesselnde Angebot sorgen Algorithmen, die durch das Sammeln und Auswerten der Nutzerdaten individuell passende Inhalte zur Verfügung stellen. Abgesehen von harmlosen kind- und jugendgerechten Infos sind insbesondere Seiten mit Hassbotschaften, Cybermobbing oder gar Cybergrooming (Kontaktaufnahme von Erwachsenen mit Minderjährigen im Netz) im kritischen Focus der Bildungsexperten und der Politik.

Frau Stullich schlussfolgert in ihrem Vortrag, dass es mit Blick auf Kinder und Jugendliche aus Sicht von Eltern, Schule und insbesondere auch Politik um „Schutz, Befähigung und sichere Teilhabe“ der jungen Nutzerinnen und Nutzer gehe.

Dr. Monika Marose, Schull. Berufskolleg, bekräftigt als Vertreterin des Bereichs Schule ausdrücklich, dass nur in gemeinsamer Verantwortung und Zusammenarbeit mit den Eltern ein sicherer Umgang der Kinder und Jugendlichen mit sozialen Medien gelingen könne.

Hochgradig interessiert werden im Publikum die Ausführungen von Petra Nachbar, Caritas Dülmen, Suchtprävention, aufgenommen. Sie stellt mögliche Anzeichen für eine Mediensucht am Beispiel der Onlinespiele vor: Kontrollverlust (täglich hoher Zeitaufwand über viele Monate hinweg), Nichtfunktionieren des Alltags (Vernachlässigung des sozialen Umfelds und der eigenen Person), Geldverluste.

Johannes Wentzel, Medienexperte für Bildungseinrichtungen, rückt die Präventionsarbeit in den Vordergrund der aktuellen Notwendigkeit. Er macht in seinen Ausführungen deutlich, dass Medien heute bereits im frühen Kindesalter eine große Rolle spielen, entsprechend müsse diese Thematik schon in den Krabbelgruppen eingebracht und gemeinsam mit den Eltern erörtert werden, um Kindern von Beginn an einen sicheren und bedachten Umgang mit der sozialen Medienwelt auf den Weg geben zu können.

Und was tun, wenn es zuhause schon brennt? Petra Nachbar benennt Anlaufstellen im Kreis Coesfeld, die gerne weiterhelfen: Alexianer (Coesfeld), AWO (Lüdinghausen), Caritas (Dülmen).