CDU Kreisverband Coesfeld

Jostmeier befürchtet Benachteiligung des Kreises Coesfeld durch Metrorapid

Kreis Coesfeld. Nach Vorlage einer Modellrechnung der Deutschen Bank zur Finanzierung des Metrorapid-Projektes äußerte der heimische Abgeordnete Werner Jostmeier Befürchtungen, dass durch dieses Großprojekt die Verkehrspolitik auch im Kreis Coesfeld negativ beeinflusst werden könne. Er wies auf den offensichtlichen Umstand hin, dass sich das Land in einer äußerst schwierigen finanziellen Haushaltssituation befinde. Offensichtlich ließe sich Ministerpräsident Clement dadurch aber nicht abhalten, weiter sein Leuchtturmprojekt Metrorapid voranzutreiben und rechne es nach allen Regeln der Kunst schön.
So sei mehr als unwahrscheinlich, dass Nordrhein-Westfalen den kompletten Bundeszuschuss in Höhe von 4,5 Mrd. DM erhalte, da sich der Freistaat Bayern ebenfalls um die Realisierung des Projektes bemühe. Gehe diese Rechnung nicht auf, so stehe NRW vor einer weiteren finanziellen Belastung, die nicht auch noch geschultert werden könne. Im Übrigen gehe man bei den Planungen sogar so weit, dass bereits jetzt 65% eines Landeszuschusses aus Regionalisierungsmitteln für den Metrorapid verplant sind. Es besteht die realistische Gefahr, dass dadurch der ÖPNV in der Region erheblich beeinflusst wird. Zieht die Landesregierung tatsächlich die Regionalisierungsmittel ab, so werde der Kreis Coesfeld und das Münsterland vermutlich bis 2005 keine Fahrzeugförderung mehr erhalten“ so Werner Jostmeier. „Das bedeutet konkret, dass keine neuen Züge oder Busse angeschafft werden können und die Verkehrsunternehmen mit dem Material, was sie jetzt haben, auskommen müssen. Und dass hier einiges verbesserungswürdig ist, weiß jeder Nutzer des ÖPNV. Und das Schlimme dabei ist, das wir im Kreis dann den Zorn der Nutzer zu hören bekommen, während der wahre Verursacher in Düsseldorf sitzt“, erläutert Jostmeier weiter. Selbst Fachleute der Bundesbahn geben hinter vorgehaltener Hand zu, dass der Metrorapid zwar verkehrspolitisch sinnlos sein, höchsten einen gewissen Innovationsschub bringen könne. „Mit dem Metrorapid wird wieder einmal ein Projekt gefördert wird, dass über die Kräfte und den Bedarf des Landes weit hinausgeht. Im Kreis Coesfeld gibt es eine Vielzahl von Verkehrsprojekten, die teilweise seit Jahren auf eine Realisierung warten. Ein milliardenschwerer Zug durch das Ruhrgebiet bringt bei der Lösung dieser Probleme hingegen nichts, sondern erschwert sie nur. Und die Grünen, die dieses Projekt immer verhindern wollten, scheinen einmal mal mehr umzufallen,“ so Werner Jostmeier abschließend.