Kreis Coesfeld. Strikt abgelehnt wurde auf der letzten Versammlung des Gesundheitspolitischen Arbeitkreises (GPA) der MIT-Kreis Coesfeld das Vorgehen der Bundesregierung in Hinblick auf den Versuch der Pharmaindustrie, sich an der Stabilisierung der Kranken-kassenbeiträge „einzukaufen.“ Die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte Preisabschläge von vier Prozent auf patentrechtlich geschützte Arzneimittel ab Januar 2002 gefordert.
Stattdessen hat der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) eine einmalige Zahlung an die Krankenkassen von zunächst 300 und später 400 Millionen Mark angeboten. Zusätzlich hat der Bundesverband der Pharma-zeutischen Industrie eine Zahlung von 900 Millionen Mark angeboten, um den Austausch verordneter Arzneimittel in der Apotheke gegen gleichwertige, aber kostengünstigere Präparate („aut idem-Regelung“) zu verhindern. Maßgeblich unterstützt wurde dieses Vorgehen von der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), dessen Vorsitzender Hubert Schmoldt die Arbeitsplatzsicherung als Begründung angibt. Der GPA der MIT moniert, daß die Pharmaindustrie mit Einmalzahlungen in keiner Weise in die Verantwortung um die Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge eingebunden wird. Vielmehr wird mit diesem „Kuhhandel“ auf dem Rücken der Beitragszahler der bisherige preis-treibende Weg des Arzneimittelmarktes zementiert. Auf Dauer ist von dieser wahltaktischen Geste kein Spareffekt zu erwarten. Eine Möglichkeit zur konstruktiven Beteiligung der Pharmaindustrie in der Stabilisierung des Gesundheitswesens wurde unter aktiver Mithilfe der Gewerkschaften verpasst. Während der Mittelstand weiter benachteiligt wird, zeigt die Regierung Schröder erneut ihr gewohnt wohlwollendes Verhalten gegenüber großindustriellem Lobbyismus, von dem dieses mal alleine die Pharmaindustrie profitiert, so die Gesundheitspolitiker der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. MIT-Kreisverband Coesfeld verantwortlich: Uwe Kombrink Kreisvorsitzender