CDU Kreisverband Coesfeld

Wulff begeistert CDU-Anhänger

-luw- Nottuln. Ob die Nottulner am Mittwochabend tatsächlich den künftigen Ministerpräsidenten Niedersachsens zu Gast hatten, wie CDU-Bundestagskandidat Werner Lensing meinte, wird sich erst im Februar 2003 bei der Niedersachsen-Wahl zeigen. Würde es nur nach den knapp 130 Männern und Frauen gehen, die im Saal Denter den niedersächsischen CDU-Landesvorsitzenden und stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Christian Wulff erlebten, wäre dieser mit einem 100-Prozent-Votum ausgestattet worden. In seiner 65-minütigen Rede begeisterte der 43-Jährige geradezu die anwesenden CDU-Mitglieder aus allen Ortsteilen der Gemeinde. Stürmischer Beifall bei der Ankunft, stürmischer Beifall zwischendurch, vor allem dann, wenn Wulff den politischen Gegner mit Spott überzog (Schröder ist der absolute Manta-Fahrer: Er zieht eine Riesenshow ab, kommt aber keinen Millimeter weiter.), und ein stürmischer Schlussbeifall machten deutlich dies war der Abend des Christian Wulff. Geschickt verstand es der 43-Jährige, der in der CDU zu den so genannten Jungen Wilden zählt und dem in den Parteigremien ein nicht unerheblicher Einfluss nachgesagt wird, einerseits dem politischen Gegner das Versager-Etikett anzuheften, andererseits Werbung für eine neue, CDU/CSU-geführte Regierungspolitik zu machen. PISA-Gutachten und Hartz-Kommission hätten den falschen Weg der rot-grünen Bundesregierung bestätigt, Deutschland sei in vielen Bereichen weit abgeschlagen. Deutschland hat früher vorn auf der Lok Europas gesessen, und die anderen haben sich eingereiht.
Heute sitzt Deutschland im Schlafwagenabteil und Schröder ist der Schaffner mit der roten Laterne, der auf den Dienstschluss wartet, erntete Wulff Beifall. Zur Lösung der drängenden Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft setzt die CDU auf weniger Bürokratie, auf ein nachvollziehbares und einsichtiges Steuersystem (Alles besteuern, das aber niedrig), auf ein flexibles Tarif- und Arbeitsrecht, das branchenspezifische Lösungen erlaubt, auf die Förderung des Mittelstandes und der Existenzgründer, die schließlich das Gros der Arbeitsplätze schaffen, auf die Stärkung der Landwirtschaft und nicht zuletzt auf Investitionen in Familie und Bildung. Gerade letztere Bereiche liegen Wulff sehr am Herzen. Kinder dürften kein Armutsrisiko sein. Wertevermittlung und die Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen, Schreiben müssten wieder mehr gefördert werden. Dass Wulff zur Finanzierbarkeit der neuen Politik keine Aussagen machte, störte allenfalls am Rande, als in der anschließenden Fragerunde nach der Finanzierung der 300 Euro Kindergeld gefragt wurde. Wobei Wulff deutlich machte, dass es sich hierbei zum Teil um eine Bündelung bestehender Zuwendungen handelt. Angesichts der Finanzsituation werde man vieles nur in mehreren Schritten erreichen. Doch die Probleme müssten angepackt werden. Stoiber und sein Team seien dafür die richtige Mannschaft. Edmund Stoiber ist es nicht egal, was aus Deutschland wird. Er wird sich mit Hingabe um jede Ecke kümmern, versicherte Wulff. Am Ende der Veranstaltung gab es nur zufriedene Gesichter: Auch bei CDU-Kandidat Werner Lensing, der an diesem Abend einen neuen Motivationsschub bei den Mitgliedern bemerkte, und beim CDU-Ortsvorsitzenden Thomas Hülsken, der die Versammlung leitete und sich über die große Kulisse freute. Westfälische Nachrichten - 22. 08. 2002