CDU Kreisverband Coesfeld

Mit Integration wurde ein Sendener Thema getroffen

-dej- Senden. Ein solches Feuerwerk an Zahlen, Daten und Fakten haben wir selten in diesem Raum erlebt, ebenso wie solch einen tosenden Applaus, sprach Hans-Jürgen Pohl aus, was wohl viele im Saal Niemeyer dachten: Der Vortrag von Wolfgang Bosbach, Mitglied des Bundestages und unter anderem stellvertretendes Mitglied des Rechts- und Innenausschusses sowie stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU - Bundestagsfraktion für das Ressort Innen- und Rechtspolitik, war mit allen Wassern gewaschen.
Sein Hintergrund als Stadtrat in Bergisch-Gladbach und sein ursprünglicher Beruf als Jurist erweisen Bosbach auch in seiner Eigenschaft als Bundestagsabgeordneter regelmäßig gute Dienste: Rhetorisch beispielhaft und allgemein verständlich schlüsselte Bosbach nach und nach die einzelnen Punkte des Entwurfs des Zuwanderungsgesetztes von SPD und Grünen auf und übersetzte, was in dem in Amtsdeutsch verfassten Entwurf eigentlich gefordert wird. Nach jedem Punkt stellte er dicht am Regierungsprogramm seiner Partei entlang die jeweiligen Sichtweisen und Meinungen der CDU/CSU dar. Dass die Überschrift des Vortragsabends, Zuwanderung und Integration eine Herausforderung und Verpflichtung neugierig machte, belegte die große Teilnehmerzahl. Hans-Jürgen Pohl wunderte das nicht, denn zum einen belege eine Studie des Kreisverbandes der CDU vom Februar dieses Jahres, dass insbesondere das Interesse der Sendener an diesem Themenfeld groß sei. Außerdem sei dieses Interesse vor dem Hintergrund der besonderen Situation Sendens nur logisch: Nach 1945 hat Senden mehr als 2300 Flüchtlinge, vorwiegend aus Schlesien, aufgenommen. Dass ihre Integration ein voller Erfolg war, steht wohl nicht zur Frage. In den 70er Jahren kamen dann 1500 Briten mit ihren Familien nach Senden und blieben bis 1994. Sie unterhielten ihre eigene kleine Gemeinde, und Integration war damals kein Thema, rollte er Sendens Geschichte im Zeitraffer auf. Auch heute befinde sich Senden in Bezug auf die Spätaussiedler, zahlreiche Asylbewerber und anerkannte Asylanten sowie vieler sonstiger Ausländer noch in einem Integrationsprozess, den es zu fördern gelte. An der an Bosbachs Vortrag anschließenden Diskussion beteiligte sich auch der heimische Bundestagsgeordnete Werner Lensing, der seit acht Jahren mit Bosbach im Bundestag sitzt. Westfälische Nachrichten - 04. 09. 2002