Kreis Coesfeld. Die erwarteten drastischen Kürzungen im Landeshaushalt standen im Mittelpunkt eines Treffens, zu dem der neue CDU-Kreisvorsitzende Werner Jostmeier erstmals alle CDU-Bürgermeister, Fraktionsvorsitzenden, den Kreisvorstand und den Landrat eingeladen hatte. Trotz zu erwartender Kürzungen der Mittel durch das Land wollen die Vertreter von Kreis und Städten wenn möglich nicht an den freiwilligen Leistungen, vor allem im Bereich des Ehrenamtes, sparen. Ihr Unverständnis brachten die Teilnehmer laut Pressemitteilung über den drohenden Abzug von Behörden aus Münster zum Ausdruck. Dass die in langen Gesprächen erzielten Kompromisse in Sachen Landwirtschaftskammer jetzt mit einem Federstrich hinweggefegt werden sollen, sei nicht hinnehmbar, zumal bei der Verlagerung des Landesbetriebs Straßenbau eine ähnliche Strategie verfolgt worden sei.
Die Kammer sei emotional wie historisch im ländlich geprägten Münsterland fest verwurzelt. Für viele Teilzeitbeschäftigte komme die Verlegung einer betriebsbedingten Kündigung gleich. Es sei unabdingbar, so die CDU-Vertreter, die Frage des Kammerstandortes als Teil der Verwaltungsstrukturreform zusammenhängend zu entscheiden. Auf grundsätzliche Kritik stieß, dass Mitglieder der Landesregierung Versprechungen machten und Zusagen gäben, diese aber nicht einhielten. Im Ergebnis waren sich alle Teilnehmer der Runde einig, dass Münster ein historisch gewachsenes Oberzentrum sei. Münster zu schwächen, bedeute gleichzeitig, Westfalen zu schwächen. Westfalen sei aber schließlich ein gleichberechtigter Landesteil. Allgemeine Zeitung Coesfeld - 25. 07. 2003