CDU Kreisverband Coesfeld

Junge Union fordert mehr Nachtbusse

Von Jens Rademacher Coesfeld. Wie die Jugendlichen eigentlich nach Coesfeld gekommen seien, wollte der CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Schemmer wissen. Mit dem Bus, mit dem Auto? Mit dem Bus wars für die meisten Mitglieder der Jungen Union (JU) kein großes Problem, am Samstagnachmittag von ihren Wohnorten im Münsterland zur Diskussion mit den elf CDU-Landtagsabgeordneten nach Coesfeld zu kommen. Abends sähe es schon anders aus. Sich für mehr Nachtbusse einzusetzen, legten die Jugendlichen den Verantwortlichen dringend ans Herz. Bei uns in Schöppingen ist das ein Problem: Entweder man ruft nachts um drei die Eltern an oder gibt viel Geld für ein Taxi aus, sagte etwa Teilnehmer Thomas Pacholak. Mit dem Nachtbus holen wir die Leute von der Straße, formulierte es Henrik Bröckelmann, Mitglied des Nottulner Gemeinderats.
Wir wollen wissen, wo den Jugendlichen der Schuh drückt, erläuterte der Bocholter Abgeordnete Heinrich Kruse das Treffen. Anderes Ziel: Das Wir-Gefühl stärken, wie der JU-Bezirksvorsitzende Sven Volmering sagte. Bei der Diskussion musste sich Kruses Einschätzung verstärken, dass das Münsterland zwar eine attraktive Gegend für Jugendliche, in Sachen Nahverkehr aber gegenüber Ballungsräumen benachteiligt ist. Gut 50 Mitglieder der Jungen Union waren zum Gespräch mit den elf münsterländischen CDU-Vertretern im Landtag gekommen. In drei Diskussionsrunden zu den Themen Ehrenamt, Verkehr und Bildung sprachen sie mit Experten. Der Schuh drückt offenbar auch in Sachen Ausbildung: Den Jugendlichen mehr Hilfen bei der Berufsfindung zu geben, forderte Thomas Brüggemann, Mitglied im JU-Landesvorstand. Und die münsterische Abgeordnete Marie-Theres Kastner machte einen neuen Anlauf, das Ehrenamt von seinem verstaubten Image zu befreien. Zur Seite sprang ihr Christiane Austermann von der Landjugend, gab aber zu: Am Anfang bin ich überredet worden. WN ZENO, Westfalenseite, 13.10.2003