CDU Kreisverband Coesfeld

Ist Menschenwürde verhandelbar?

Der Mitverfasser des gültigen Stammzellengesetzes und Experte für Biopolitik und Gentechnologie der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Werner Lensing MdB, erklärt vor dem Hintergrund der Äußerungen der Bundesjustizministerin Renate Zypries (SPD), dem im Reagenzglas gezeugten Embryo nicht länger vom Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an Menschenwürde zuzusprechen: Die Bundesjustizministerin, gestützt vom Bundeskanzler, beabsichtigt offensichtlich in unverantwortlicher Weise, den bisherigen Schutz des menschlichen Embryos zu relativieren, indem sie ihm nicht mehr vom Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an das volle Schutzrecht zuspricht.
Sie untergräbt damit bewusst den bisher verfassungsmäßig garantierten Schutz der Menschenwürde und entzieht dem ethischen Verbot, an menschlichen Embryonen zu forschen, die rechtliche Grundlage. Die Folgen werden unabsehbar sein. Dabei versucht die Ministerin den Eindruck zu suggerieren, dass der Entzug der Menschenwürde keine praktischen Folgen habe, weder bei der Stammzellenforschung noch bei der Präimplantationsdiagnostik (PID). In Wirklichkeit hingegen wird dem unbedingten Schutz menschlichen Lebens bereits die Axt an die Wurzel gelegt. Stellt sich hier doch offenkundig die Frage, mit welchem Argument ein Embryo die Abwägung seines Lebensrechtes ansonsten bestehen soll, wenn nicht mit seiner Menschenwürde. Ethische Prinzipien fallen so dem Kalkül zweifelhafter forschungspolitischer und wirtschaftlicher Strategien zum Opfer. "Die Aberkennung seiner generellen und wesensgleichen Würde degradiert den Menschen gerade in seiner hilflosesten Lebensphase zur bloßen Ware ", so Werner Lensing.