An historische Bindungen anknüpfen! Düsseldorf. Gefahren für den politischen Zusammenhalt der Europäischen Union sieht der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier. Seiner Ansicht nach birgt die Erweiterung der Gemeinschaft von 15 auf 25 Staaten die Gefahr, dass von vielen Bürgern die Europäische Gemeinschaft wohl als „Verwaltungs-Gemeinschaft“ wahrgenommen werde, jedoch nicht als einmaliges historisches Projekt, das den europäischen Kontinent zu einer politischen, zu einer wirtschaftlichen und zu einer Wertegemeinschaft zusammenschließt. Zwar sei man im Bereich der Wirtschaft durch die Einführung des Euros einen erheblichen Schritt vorangeschritten.
Starke Defizite gebe es hingegen bei der Vermittlung von Europa als eine über viele Jahrhunderte gewachsene Wertegemeinschaft. Es mangele bislang an so etwas wie einem europäischen „Wir-Gefühl“. Wenn aber dieses gemeinsame Band auf Dauer fehle, sei auch die politische Ebene zum Scheitern verurteilt. Europa sei eben mehr als eine zusätzliche Verwaltungsebene. Die Nichtaufnahme des Gottesbezuges in die EU-Verfassung macht vielen Christen Probleme. Skeptisch tritt Jostmeier daher auch Bemühungen der Türkei gegenüber, Mitglied in der EU zu werden. „Zunächst muss die Erweiterung um 10 Mitglieder ab dem 1. Mai 2004 vollzogen und wirtschaftlich verdaut werden. Zudem müssen zunächst Bulgarien und Rumänien beachtet werden, die ab 2007 Mitglied der EU werden wollen.“ Die Alltägliche Lebenswirklichkeit und die Gespaltenheit der Türkei in einen westlich-fortschrittlichen und einen traditionell-rückständigen Teil ließen daran zweifeln, ob mit einer Aufnahme der Türkei in die EU, nicht sowohl politische, als auch wirtschaftliche und historische Grenzen überschritten würden. Aus der Sicht Jostmeier müsse man sich in absehbarer Zeit entscheiden, ob man eine wirkliche Vertiefung der Beziehungen der Mitglieder der EU wolle, oder aber ob man durch eine Erweiterung dem erneuten Aufkommen von speziellen bilateralen Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft Vorschub leisten wolle. „Erweiterung und Vertiefung aber, schließen sich irgendwann einmal aus. Der bisherige Erfolg in der Europapolitik geriete damit in Gefahr; und damit das Erbe solch großer Europäer wie Konrad Adenauer und Helmut Kohl.“