-luw- Nottuln. Die CDU-Basis in der Gemeinde Nottuln hat das von Gemeindeverbands- und Kreisvorstand erhoffte starke Signal der Geschlossenheit gegeben: Mit einem 94-Prozent-Votum wählten am Donnerstagabend die CDU-Mitglieder Harald Küper (47) zum Kandidaten für das Nottulner Bürgermeisteramt. Küper, derzeit Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Rat der Gemeinde, erhielt 63 der insgesamt 67 abgegebenen Stimmen (drei Nein, eine Enthaltung). Weitere Bewerber für die Bürgermeisterkandidatur gab es nicht. Wir haben einen kompetenten, hervorragenden Kandidaten, der die besten Voraussetzungen für das Bürgermeisteramt mitbringt, freute sich CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Thomas Hülsken. Hülsken hatte zu Beginn der Versammlung, die im Appelhülsener Bürgerzentrum Schulze Frenking stattfand, noch einmal das Findungsverfahren der Parteivorstände erläutert. Ein Verfahren, das CDU-Kreisvorsitzender Werner Jostmeier in seinem Grußwort als gutes Beispiel lobte. Harald Küper selbst präsentierte sich in seiner 35-minütigen, mehrmals von Beifall begleitenden Bewerbungsrede als Mann mit festen Zielen und Visionen, als Mann, der auf Grund des beruflichen Werdegangs (Volljurist, Leitender Regierungsdirektor bei der Oberfinanzdirektion Münster) und des langjährigen kommunalpolitischen Engagements die fachlichen Voraussetzungen und das notwendige Herzblut für das Bürgermeisteramt mitbringt. Nottuln hat in vielen Bereichen in der Vergangenheit dank der vorausschauenden Politik der CDU eine Vorreiterrolle eingenommen.
An diese Tradition will ich anknüpfen, erklärte Küper. Mit Beifall bedachten die Mitglieder seine Aussage, frischen Wind in die Kommunalverwaltung zu bringen. Nottuln müsse als eine der größeren Gemeinden im Kreis Coesfeld eine Spitzenposition im Kreis und im Münsterland erreichen. Die Voraussetzungen dafür seien gegeben. Küper möchte das in der Gemeinde vorhandene kreative Potenzial zusammenführen und für eine erfolgreiche Gemeindeentwicklung nutzen. Der 47-jährige konzentrierte sich am Donnerstag auf drei Schwerpunktbereiche: Nottuln braucht eine starke Wirtschaft. Küper plädierte für ein investitionsfreundliches Klima, das Unternehmen die Chance der Weiterentwicklung bietet und neuen Unternehmen die Ansiedlung erleichtert. Gemeinde und Wirtschaft müssen an einem Strang ziehen, so Küper. Gemeindliche Steuererhöhungen dürften nur dann erfolgen, wenn kein anderer Ausweg möglich sei. Und: Außerdem halte ich es als kaufmännisch denkender Mensch für dringend erforderlich, die Schulden unserer Gemeinde abzubauen. Lebendiges Nottuln: Der historische Ortskern sei das Herzstück der Gemeinde. Zur Stärkung dieses Bereiches habe man im letzten Jahr die Teilbebauung des Rhodeplatzes mit Busbahnhof und modernen Discounter beschlossen. Hierbei darf es nicht bleiben, betonte Küper: Wir werden uns über die Unterbringung von Teilen der Verwaltung genauso Gedanken machen wie über die Frage, wie derzeit von der Verwaltung genutzte Bereiche zukünftig anders genutzt werden können. Zu einem lebendigen Nottuln gehört nach Ansicht von Harald Küper auch der Bestand und weitere Ausbau bereits heute guter Freizeitangebote. Attraktive Kinderspielplätze, Investitionen in Sportstätten und Jugendeinrichtungen sind nur einige Ziele des 47-Jährigen. Modernes Rathaus Bürgernähe: Die Bürger müssen spüren, dass für ihre Steuergelder gute Arbeit geleistet wird, erklärte Küper. Er möchte den Modernisierungsprozess in der Kommunalverwaltung weiter vorantreiben. Schnelle Entscheidungen, Optimierung von Öffnungszeiten, Erreichbarkeit und Arbeitsabläufen sowie nicht zuletzt die Schaffung eines virtuellen Rathauses mit 24-Stunden-Öffnungszeit sind Ziele des Kandidaten. Deutlich machte Küper auch, dass es weiterhin gelte, die ehrenamtliche Arbeit in den vielen Vereinen, Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen zu fördern. Die Meinung aller dieser Bürgerinnen und Bürger ist mir wichtig, betonte Harald Küper, der mit seiner Bewerbungsrede von den Mitgliedern einen langen und stürmischen Applaus erntete. Westfälische Nachrichten - 16. 01. 2004