„Krieg der Generationen“? „Junge Wilde“ gegen „gegen alte Weise“? Nicht so im Kreis Coesfeld. Schließlich bahnt sich innerhalb der CDU des Kreises eine Zusammenarbeit der besonderen Art an: So trafen sich die geschäftsführenden Kreisvorstände der Jungen Union und der Senioren Union zu einem Meinungsaustausch in Coesfeld. Gemeinsam beschlossen die CDU-Vereinigungen eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Aufstellung von Kandidaten für die Kommunalparlamente an. So schlagen die Kreisvereinigungen bei den Aufstellungen der Kandidaten für die Kommunalwahl 2004 den CDU-Verbänden als Modell sogenannte „Tandem-Lösungen“ bei der Besetzung von Wahlkreisen vor. Diese Kandidaten-„Tandems“ sollen jeweils aus einem Mitglied der Senioren Union und einem Mitglied der Jungen Union bestehen. Zum einen sollen „Tandems“ aus einem Ratskandidaten und direkten Wahlkreisbewerber der Jungen Union, sowie einem ratserfahrenen Reservekandidaten der Senioren Union bestehen, der notfalls den JU’ler ersetzen kann, falls dieser während der Legislaturperiode berufs- oder ausbildungsbedingt den Wohnort wechseln und das Ratsmandat daher aufgeben muss. Zum anderen sollen Tandems gebildet werden, bei denen ein Senioren Union-Ratskandidat seinen Vertreter aus der JU gezielt an die Ratsarbeit heranführt.
„Kaum ein junger Mensch kann heute noch voraussehen, ob er fünf Jahre an einem Ort bleiben wird. Die erhöhten Anforderungen an die Mobilität des Einzelnen in Beruf und Ausbildung machen eine längerfristige örtliche Bindung unmöglich“, so Heinrich Pier (Rosendahl, 2.v.r.), Kreisvorsitzender der Senioren Union. „Gleichzeitig darf dieser Umstand aber nicht dazu führen, dass die ganze junge Generation daher von der lokalen Mitbestimmung ausgeschlossen wird, sondern es müssen Modelle geschaffen werden, dieses Problem zu überbrücken, so der 70-jährige Rentner. In die gleiche Kerbe schlägt auch die Junge Union. „Die Aufstellung junger Ratskandidaten gilt oftmals als Risiko, da im Falle deren vorzeitigen Ausscheiden aus dem Rat manchmal kein qualifizierter Ersatz gefunden wird. Dank der Senioren kann dieses „Planungsrisiko Jugend“ jedoch ausgeschaltet werden“, erklärt der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Martin Groß-Langenhoff (Coesfeld, 1.v.l.), die Problematik. Ebenfalls böte die Tandem-Lösung, bei der ein Senior seinen Ratsvertreter aus der JU in die Ratsarbeit einführt, ein „hervorragendes Angebot“ für JU’ler sich für die Ratsarbeit zu qualifizieren. „Von der Lebens- und Ratserfahrung der Senioren können wir viel lernen. Diese Chance wollen wir wahrnehmen!“, so der 21-jährige Student. Nun hoffen die CDU-Kreisvereinigungen, dass dieses Modell von den CDU-Ortsverbänden aufgegriffen wird, in denen es noch an Kandidaten aus dem Bereich der Senioren oder der Jugend mangelt. „Ideen und Modelle gibt es genug, jetzt muss gehandelt werden!“, sind sich Jugend und Senioren einig.