Kreis Coesfeld. Eine klare Absage erteilt der Dülmener Landtagabgeordnete Werner Jostmeier Überlegungen von Bundeswirtschaftsminister Clement, das Ladenschlussgesetz abermals zu ändern. „Durch die weitere Freigabe der Ladenschlusszeiten wird sich unsere Wirtschaftssituation um keinen Deut bessern“, so der Abgeordnete, „das Konsumverhalten der Bürgerinnen und Bürger wird sich erst dann spürbar aufhellen, wenn sich die wirtschaftliche Gesamtsituation absehbar und dauerhaft wendet. Die Bürgerinnen und Bürger halten sich mit ihrem Kaufverhalten deshalb zurück, weil sie nicht wissen, wie sich ihre persönliche Situation in der nächsten Zeit entwickelt.
Die Unsicherheit über die Zukunft des eigenen Arbeitsplatzes ist es, die für eine Kaufentscheidung entscheidend ist, nicht die Möglichkeit, auch an Sonntagen einzukaufen. Im Übrigen“, so der Abgeordnete weiter,“ kann es nicht sein, dass bei uns in Deutschland nun alles dem Diktat der vermeintlichen wirtschaftlichen Erfordernisse angepasst wird. Unsere Wirtschaftsordnung führt nicht umsonst das Wort „Sozial“. So haben arbeitsfreie Sonntage in unserem Kulturkreis eine 2000-jährige Tradition. Wir brauchen einen Tag in der Woche, um Abstand zu gewinnen von der alltäglichen Beschleunigung und zunehmenden Ökonomisierung. Der Mensch ist mehr als nur ein funktionaler Teil der Wirtschaft. Wir brauchen Ruhe für uns selbst und unsere Familien. Eine weitere Lockerung der Ladenschlusszeiten lehne ich daher ab. Wir brauchen kein Kurieren an den Symptomen, sondern eine grundsätzliche Kur, die die Ursachen der schwachen Wirtschaft bekämpft“.