Kreis Coesfeld. Verständnis für die Proteste der Milchbauern über zu niedrige Erlöserpreise äußert der Dülmener Landtagsabgeordnete und CDU Kreisvorsitzende Werner Jostmeier. Zwar sei es verständlich, wenn die Kunden bestrebt seien, Lebensmittel so günstig wie möglich einzukaufen. Doch, so der Abgeordnete, gehe es nicht nur um preiswert, sondern die Lebensmittel, die bei uns produziert werden seien ihren Preis auch wert. „Das Angebot regelt die Nachfrage. Zur Zeit haben wir ein massives Überangebot von Milch. Dies nutzen die Discounter natürlich aus. Allerdings ist es kein Dauerzustand, dass die Produktionskosten bei ca. 32 Cent pro Liter liegen, aber nur 27,7 Cent erlöst werden können.“ Kritik geht allerdings auch an die Adresse von Bundes- und Landesregierung.
„Wenn jetzt von Frau Höhn die Situation der Landwirte bedauert wird, so trägt sie doch zusammen mit ihren rot-grünen Kollegen einen Großteil der Schuld. Schließlich unterstützt sie ausdrücklich die Ökosteuer, die auch vor den Landwirten nicht halt macht. So wird seit 2001 Agrardiesel mit 25,6 Cent pro Liter besteuert. Frankreich besteuert nur mit 8,1 Cent, in Dänemark fällt diese Art der Besteuerung überhaupt nicht an. Wer aber ständig EU-Normen verschärft, Naturschutzgesetze massiv ausweitet und Agrarpolitik am Bedarf vorbei einseitig auf das ausrichtet, was man für ökologisch und biologisch hält, der hat eine nicht unerhebliche Mitschuld an der derzeitigen Situation“, so Jostmeier. In diesem Zusammenhang erwähnte der Abgeordnete auch die Auswirkung der neuen von NRW- Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Höhn durchgesetzten Wassersteuer. So verteuere alleine diese nur in NRW bestehende Abgabe pro 100 Milchtiere die Produktion von Milch um ca. 130 Euro im Jahr.