CDU Kreisverband Coesfeld

Ausbildung zum Seniorenbegleiter - ein unterstützenswertes Projekt

Lüdinghausen. Über die Ausbildung zur Seniorenbegleitung nach dem „Dülmener Modell“ informierte Irmgard Neuss, Leiterin der FBS Dülmen, den CDU- Arbeitskreis Zukunft der Pflege in der Familienbildungsstätte in Lüdinghausen.
Die Fachfrau wörtlich: „Pflegearbeit ist Familienarbeit! Noch werden landesweit bis zu 70% aller pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut!“ Das Netzwerk Familie verändere sich stetig. Es würden einerseits weniger Kinder geboren, andrerseits würden die Menschen immer älter. Das habe zur Folge, dass die Familienarbeit in der Kindererziehung aber auch die Betreuung und Pflege von Angehörigen auf immer weniger Schultern laste, so die Referentin. Die Kasseler Studie belege, dass die Pflegebereitschaft langsam aber stetig abnehme. Für die älteren Menschen, die in ihrer häuslichen Umgebung leben oder ihr Zuhause in einem Altenheim haben, gäbe es zukünftig immer weniger Menschen aus dem Netzwerk Familie, die sie besuchen, betreuen und pflegen könnten. Ausweg aus der Vereinsamung und neue Perspektiven im Alter zeige hier das bundesweit modellhaft in Dülmen entwickelte Projekt „Ausbildung zum/r Seniorenbegleiter/in“ auf.
CDU-Arbeitskreis informiert sich über familienunterstützende KonzeptionCDU-Arbeitskreis informiert sich über familienunterstützende Konzeption
Die Familienbildungsstätte in Dülmen habe, so die Fachfrau, dieses Konzept 1999 in Zusammenarbeit mit stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten im Rahmen des Modellprojektes NRW „Familienbildung 2010 – Zukunftsentwicklung familienbezogener Dienste auf der Basis von Familienbildung, Betreuung und Beratung“ zur Unterstützung und Entlastung von Familien mit pflegenden Angehörigen entwickelt. Die Idee dieses Konzeptes basiere auf einem neuen Verständnis von ehrenamtlicher Tätigkeit. „Die Menschen haben heute mehr freie Zeit und suchen nach neuen Aufgabenfeldern. Das Ziel dabei ist es nicht nur etwas für einen anderen Menschen, sondern auch etwas für sich selbst zu tun. Der Mehrwert des Guten wird vor allem in der Übernahme sinnvoller Tätigkeiten gesucht. Dafür wollen sich die Menschen qualifizieren um ihrem eigenen Anspruch gerecht werden zu können“, so Irmgard Neuss. Das Weiterbildungsangebot zur Seniorenbegleitung wird in den Familienbildungsstätten Coesfeld, Dülmen und in Lüdinghausen durchgeführt. Neben den theoretischen Inhalten gehören Praktika in Altenhilfeeinrichtungen zum Ausbildungskonzept, dessen erfolgreicher Abschluss mit einem Zertifikat dokumentiert wird. Die Kursteilnehmer beteiligen sich mit einer Kursgebühr an den Kosten. Hier sei es wünschenswert, wenn die Politik diese familienunterstützende Weiterbildungsmaßnahme z.B. durch die Übernahme der Hälfte der Kursgebühr unterstützen könnte, so die Leiterinnen Irmgard Neuss (Dülmen) und Bärbel Dornhege (Lüdinghausen). Der Erfolg des Konzeptes zeige sich in der Kontinuität dieser ehrenamtlichen Tätigkeit. So sind von den seit 1999 ausgebildeten Seniorenbegleitungen – laut telefonischer Befragung – noch 90% bis heute aktiv tätig. Die Mitglieder des CDU- Arbeitskreises und die anwesenden CDU - Rats – und Kreistagsmitglieder aus Lüdinghausen versprachen, sich in ihren Gremien für diese Forderung einzusetzen.