CDU Kreisverband Coesfeld

Pflege ist Beziehungsarbeit!

„Pflege ist Beziehungsarbeit! Dafür braucht man gutes Personal, Zeit und Geld. Zuviel Bürokratie kostet Nerven und nimmt Zeit und Energie, die besser für eine ganzheitliche Pflege eingesetzt werden könnte!“ plädierte Helga Kopp, Leiterin des Lambertus Altenheims in Ascheberg anlässlich der Sitzung des CDU- Arbeitskreises Zukunft der Pflege für eine Entrümpelung der zahlreichen Vorschriften. Durch anschauliche Beispiele aus dem Pflegealltag stellte die Pflegefachfrau kostentreibende vom Gesetzgeber festgelegte Vorgehensweisen und in sich widersprüchliche Verordnungen vor. Qualitätssicherung geschehe durch Menschen, dokumentiert werden könne nur „was“ getan wurde. Ob dies freundlich, einfühlsam und unter Berücksichtigung der Wünsche und Möglichkeiten des Bewohners geschehe, sei auch bei minutiöser Dokumentation nicht ersichtlich. Wichtiger Baustein in der Qualitätssicherung des St. Lambertus- Altenheims sei das kontinuierliche ehrenamtliche Engagement von über vierzig Aschebergern. Diese Tätigkeit könne auch durch die gewonnenen Erfahrungen zur persönlichen Auseinandersetzung mit all den relevanten Fragen dieses Lebensabschnittes führen. Damit könne das Ehrenamt zu einem wichtigen Bestandteil der „eigenen Vorsorge fürs Alter“ werden, führte die Heimleiterin aus.
Dass „Vorsorge“ nicht nur etwas für Senioren, sondern für jeden Erwachsenen ist, machte Andrea Tschoepe vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) in ihrem Referat zum Thema Vorsorgevollmacht, Betreuungs – und Patientenverfügung deutlich. Die meisten Menschen gingen davon aus, im Notfall für ihre engsten Angehörigen wichtige Entscheidungen treffen zu können. Nach einem Unfall oder Schlaganfall seien der Ehepartner oder die Kinder hierzu jedoch nur dann berechtigt, wenn im Vorfeld eine Vorsorgevollmacht ausgefüllt wurde. Sei dies im Vorfeld nicht geschehen, werde das juristische Räderwerk und das gesetzliche Betreuungsverfahren eingeleitet. Dies könne bis zur endgültigen Bestellung des Betreuers Monate dauern. Vorbeugen könne jeder Erwachsene durch die rechtzeitige Formulierung einer Vorsorgevollmacht. Hierbei handele es sich um eine privatrechtliche Willenserklärung, bei der jemand eine andere Person zur Wahrung seiner Interessen einsetzt. Diese Vollmacht müsse im gegenseitigen Einvernehmen erfolgen und basiere auf absolutem Vertrauen, führte Andrea Tschoepe aus. Eine gerichtliche Kontrolle des Betreuers sei hier nicht vorgesehen. Diese erfolge bei der Betreuungsverfügung, die bei größerem Vermögen anzuraten sei. Diese solle bei einem Notar erfolgen, weil hier ein Gerichtsbeschluss vorausgesetzt werde. Eine große Hilfe für die Entscheidungen von Arzt und Angehörigen sei auch die Patientenverfügung. Dies sei eine Willenserklärung, die das Patienten – Arzt – Verhältnis regelt. Der Patient kann in diesem „Testament“ den Behandlungsrahmen bzw. Behandlungsgrenzen festlegen, die er für den Fall berücksichtigt haben möchte, wenn er diese Entscheidungen selbst nicht mehr treffen kann. Fritz – Dieter Lewedag vom Seniorenbeirat Ascheberg ergänzte die Ausführungen durch praktische Tipps, so sei es sinnvoll eine beglaubigte Kopie der Vorsorgevollmacht mit der Patientenverfügung beim Hausarzt und bei den wichtigen Dokumenten zu Hause zu hinterlegen und entsprechende Kopien auch der Person des Vertrauens zukommen zu lassen. Wichtige Informationen habe der Seniorenbeirat zu diesem Thema in der Broschüre „ Ratgeber und Wegweiser nicht nur für Senioren“ abgedruckt. Beeindruckt zeigte sich CDU- Landratskandidat Konrad Püning und alle Teilnehmer der Arbeitskreissitzung von der menschlichen Führung des Altenheims St. Lambertus und der professionellen Arbeit des Seniorenbeirates. Einigkeit bestand darin, dass die vielen bestehenden Heimvorschriften dringend überprüft und reduziert werden müssen. „ Es darf nicht sein, dass sich examinierte Pflegefachkräfte mehrere Stunden täglich mit dem Ausfüllen von Karteikarten und Dokumentationen beschäftigen müssen. Diese Zeit fehlt für die Pflege der Menschen!“ fasste Konrad Püning die einhellige Meinung der Christdemokraten zusammen.