CDU Kreisverband Coesfeld

AK Pflege besuchte Rehabilitationsausstellung

Dülmen. Der CDU- Arbeitskreis Zukunft der Pflege informierte sich in Dülmen bei dem Seniorenservice und Krankenpflegedienst Andreas Brüwer über ein neues Angebot im Kreis Coesfeld.
Andreas Brüwer (rechts im Bild) führte die Mitglieder des CDU- Arbeitskreises Zukunft der Pflege durch seine Ausstellung.Andreas Brüwer (rechts im Bild) führte die Mitglieder des CDU- Arbeitskreises Zukunft der Pflege durch seine Ausstellung.
Vor knapp einer Woche wurde hier eine Ausstellung von „sinnvollen und bezahlbaren“ Rehabilitations – und Hilfsmitteln eröffnet. Interessierte, pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige haben hier die Möglichkeit sich zu informieren und fachkundig beraten zu lassen. Andreas Brüwer sieht diese Ausstellung und kostenlose Beratung als Serviceleistung seines Unternehmens an und will helfen, Kosten durch eine passgenaue Beratung zu reduzieren. Er ist davon überzeugt, dass „durch das Ansehen, Anfassen und Ausprobieren durch den Patienten danach Hilfs- und Pflegemittel vom Arzt verschrieben werden können, die auch tatsächlich gebraucht werden und nicht in der Ecke herumstehen.“ Er selbst verkaufe keine Mittel und sei deshalb in seiner Beratung auch unabhängig. Als einziger privater ambulanter Anbieter im Kreisgebiet wird sein Unternehmen zukünftig die Schulung pflegender Angehöriger mit anbieten. Diese wird durch die Pflegekasse finanziert und ist somit für den Teilnehmer kostenlos, führte der Pflegefachmann aus.

Die Mitglieder im CDU- Arbeitskreis und der wiedergewählte Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier, der mit zwei Gästen aus Litauen an der Führung und dem anschließenden Gespräch teilnahm, begrüßten diese Initiative, die ein weiteres Angebot sei, um Menschen zu helfen, so lange wie möglich in ihre sozialen Umfeld wohnen zu können.

Im Anschluss an die Führung durch die Ausstellung wurden die Ergebnisse der Enquete- Kommission des Landtages NRW „ Situation und Zukunft der Pflege in NRW“ in Hinblick auf die Situation im Kreis Coesfeld von Herrn Brüwer dargestellt und in der Gruppe diskutiert. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: es wird mit einem Bevölkerungsrückgang in NRW von ca. 5,5% gerechnet. Der Anstieg der Personen über 75 Jahre wird von 1,2 Millionen derzeit auf 1,8 Millionen in den nächsten Jahren ansteigen. Dabei müssen die Auswirkungen des sozialen Wandels berücksichtigt werden. Durch die Single – Haushalte und weniger Kinder wird das soziale Netz der Familie kleiner. Es gibt also weniger Angehörige, die für die Pflegearbeit zur Verfügung stehen. Die Erwerbsquote der Frauen wird voraussichtlich weiter steigen und wenn eine Rückkehr in den Beruf nach Pflegezeit analog der Familienzeit nicht möglich ist, wird es immer schwerer den Grundsatz ambulant vor stationär umzusetzen. „Es muss gelingen durch Prävention, Gesundheitsförderung, Krankheitsvermeidung und Verzögern oder Hinausschieben von Pflegebedürftigkeit die Kosten für die stationäre Unterbringung zu senken. Hierfür ist es wichtig die Angehörigen und ehrenamtlich tätigen Menschen zu stärken, zu schulen und in dieser wichtigen Aufgabe zu begleiten. Nur eine konsequente Umsetzung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ so wie die Reform der Pflegeversicherung ermöglichen auch in Zukunft eine qualifizierte und menschenwürdige Pflege“, fasste Anni Willms, Sprecherin des Arbeitskreises und stellvertretende CDU- Kreisvorsitzende das Ergebnis der Diskussion zusammen.