CDU Kreisverband Coesfeld

CDU informiert sich bei "Tagespfleger Paul Wichmann" in Lette

Kreis Coesfeld. „ Die Wünsche der älteren Menschen berücksichtigen, die Angehörigen stärken und im Ehrenamt sinnstiftende Tätigkeiten mit Unterstützung durch Fachkräfte ermöglichen, dafür wollen wir uns einsetzen und das nehmen wir aus unserem Besuch im St. Johannes-Seniorenhaus Lette mit“, fasste Anni Willms das Ergebnis der Beratungen von Mitgliedern des CDU- Arbeitskreises Zukunft der Pflege und Kommunalpolitikern aus Coesfeld zusammen.
P. Wichmann (r.) informierte den CDU-AK Zukunft der Pflege und die CDU-Kommunalpolitiker (v. li.) N. Hagemann, G. Wilken ,H. Pixa, H. Bertels, F.-J. Strukamp, A. Willms und R. Segeler über seine „kleine, aber feine Tageseinrichtung für Senioren“ in LetteP. Wichmann (r.) informierte den CDU-AK Zukunft der Pflege und die CDU-Kommunalpolitiker (v. li.) N. Hagemann, G. Wilken ,H. Pixa, H. Bertels, F.-J. Strukamp, A. Willms und R. Segeler über seine „kleine, aber feine Tageseinrichtung für Senioren“ in Lette
Seit 1995 unterstützt die „Tagespflege Wichmann“ die Senioren und entlastet die Angehörigen. Ein Fahrdienst holt die „Gäste“ und bringt sie abends wieder nach Hause. „Gemeinschaft an sich ist schon ein wichtiges Gut. Gemeinsam wird der Tag gestaltet und gelebt. Blickkontakt, den anderen hören und miteinander reden und singen machen – all das macht zufrieden und froh“ führt Krankenpfleger Paul Wichmann aus. Der Gast mit seiner Biographie und seinen Wünschen steht in dieser Einrichtung mit zwölf Tagespflegeplätzen im Mittelpunkt. Es wird gekocht, was die Gäste gerne mögen und jeden Tag gibt es selbst gebackenen Kuchen nach alten Rezepten. Der Gast wünscht sich Zeit und persönliche Zuwendung in familiären Strukturen. Für die zwölf Tagesgäste sind immer zwei Personen Fachpersonal anwesend. Zusätzlich werden diese durch elf ehrenamtlich Tätige unterstützt. Dieses Verhältnis von einem Ehrenamtlichen auf einen Tagesgast erstaunte die Anwesenden. „Das Miteinander der Generationen und die Bereitschaft anzupacken, wo es notwendig ist, das ist in Lette ganz normal“ ,führte Franz- Josef Strukamp, Kreistagsabgeordneter aus Lette aus.

Nach Problemen befragt nannte Wichmann das Übermaß an Bürokratie und fehlende finanzielle Unterstützung, wenn Gäste kurzfristig die Tagespflege nicht in Anspruch nehmen können. Dies könne insbesondere kleinere Einrichtungen hart treffen. Eine zugesicherte 75% Regelung wie in stationären Altenhilfeeinrichtungen gäbe es hier nicht, führte der Pflegedienstleiter aus.

Ein weiters Problem stelle ein Übermaß an Bürokratie dar. Diese behindere Menschlichkeit und Selbstbestimmung im Alter, so Wichmann. So dürfen nach der Hygieneverordnung alte Menschen in der Tagespflege nicht mehr mithelfen, die Nahrung zu zubereiten, die sie anschließend selber essen.

Wichmann brach eine Lanze für die kleinen Einrichtungen, „wenn man damit auch nicht das große Geld verdienen kann“. Sie seien näher am Menschen und könnten flexibel auf unterschiedlichste Situationen und Wünsche besser reagieren. Zufriedene Menschen blieben länger gesund - mit Unterstützung lasse sich die Unterbringung in einer stationären Altenhilfeeinrichtung verzögern oder verhindern. Er forderte die Christdemokraten auf, den Schritt, der im Behindertenbereich längst vollzogen worden sei, in der Seniorenpolitik des Kreises nachzuholen. Im Interesse der älteren Menschen und ihrer Angehörigen fordert er kleine überschaubare Einheiten, Zeit und Menschlichkeit und die Möglichkeit sein Leben auch in Einrichtungen selbst bestimmen zu können.