CDU Kreisverband Coesfeld

AK Zukunft der Pflege informiert sich über neue Versorgungsformen in der Altenhilfe

Kreis Coesfeld. Ulrich Beerwerth, als Hausleitung zuständig für administrative Aufgaben und Koordination der zwei Hausgemeinschaften „Villa Hittorfstraße“ und „Villa Mauritz“ in Münster, informierte den CDU- Arbeitskreis Zukunft der Pflege über diese neueren Versorgungsformen in der Altenhilfe.
Initiator und Träger der Projekte „Alltagsbegleiter in einer freien Wohngruppe dementiell erkrankter Menschen“ ist die Alexianer Krankenhaus GmbH. Beide Hausgemeinschaften werden als Modellprojekte vom Bund gefördert und wissenschaftlich begleitet

Das Besondere an diesen Wohnhäusern für verwirrte Menschen, ist die Sicherheit der Rund – um – die –Uhr –Betreuung. Eine gerontopsychiatrisch erfahrene Altenpflegekraft steht als Alltagsbegleiter zur Verfügung. Nachts ist eine Bereitschaft im Hause. Der Lebensalltag mit eigener Verantwortung wird für die Bewohner zur Therapie. Gemeinsam mit der Alltagsbegleitung wird der Tagesablauf strukturiert und gelebt. Dabei werden ambulante Dienste z.B. für Pflege, Sauberhalten der Wohnung und Wäschewaschen mit der Bewohnerin oder deren Angehörigen organisiert.

Die pflegenden Angehörigen werden nicht von ihren Pflichten entbunden. Sie können sich im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten einbringen. Wenn sie selbst Dienstleistungen wie z.B. das Reinigen der Wohnung und das Waschen der Wäsche erledigen, können sie die Kosten senken. Besuche in entspannter Atmosphäre helfen Beziehungen aufrecht zu erhalten oder sie sogar zu vertiefen. Die gewohnte, normale Umgebung in der familiär strukturierten Gruppe bleibt bis zum Lebensende der Lebensmittelpunkt. Auch bei erheblicher Pflege und Betreuungsbedarf ist ein Umzug in eine Spezialeinrichtung nicht notwendig.

In der „Villa Mauritz“ sind seit2001 zehn unmöblierte Apartments vermietet. Die persönlichen Gegenstände der Bewohnerinnen wie Möbel und Erinnerungsstücke machen die Wohnungen nach und nach zum neuen zu Hause. Die eigenen vier Wände mit eigener Türklingel, eigenem Briefkasten, eigenem Telefon und Fernsehanschluss, gelegen in einem Wohnviertel mit guter Infrastruktur, erleichtern das Zurechtfinden. Das Apartment bietet die Möglichkeit den notwendigen Freiraum individuell auszugestalten und schafft die erforderliche Rückzugsmöglichkeit. Die Gemeinschaftsräume sind von den Bewohnerinnen gemeinsam gestaltet worden. Das gemütliche Ambiente lädt zum Wohlfühlen ein. Die große Terrasse und die Gartenanlage ermöglichen den Aufenthalt im Freien. Dreh- und Angelpunkt des gemeinschaftlichen Lebens stellt die Küche dar. Hier bringt sich jeder in die Gemeinschaft ein. „Es macht stolz etwas Sinnvolles für sich selbst und für die Gemeinschaft zu tun. Das fördert auch das Maß an Zufriedenheit“ führte der Hausleiter aus.

In der Diskussion machte Beerwerth deutlich, dass ein positives Zusammenwirken von Verwaltung und Politik sowie die Beratung durch die Heimaufsicht wesentliche Grundvoraussetzungen seien, um Weiterentwicklungen in der Altenhilfe konzipieren und umsetzen zu können. Hildegard Kuhlmann, Abteilungsleiterin der Alten-, Behinderten und Gesundheitshilfe im Diözesancaritasverband Münster , die den Kontakt zum Hausleiter für den Arbeitskreis hergestellt hatte, fasste das Beratungsergebnis zusammen: „Die Alltagsbegleitung mit der Sicherheit einer Rund - um - die -Uhr- Betreuung in Hausgemeinschaften ist ein Weg, über den auch im Kreis Coesfeld näher nachgedacht werden muss!“