CDU Kreisverband Coesfeld

Junge Union diskutiert mit Experten Situation an Schulen

-toh- Havixbeck. Ein Gespräch über Bildungspolitik fast zeitgleich miteinem Halbfinale in der Championsleague – kann das gut gehen? „In der erstenHalbzeit wird nur gemauert, da können wir hier diskutieren“, beruhigte MartinGroß-Langenhoff von der Jungen Union die Fußballfans, die am Mittwoch abenddennoch den Weg ins Hotel Beumer gefunden hatten. Sie durften von den Akteurenauf dem Podium in jedem Fall ein offensives Spiel erwarten, zumindest verbal. Lehrermangelund Unterrichtsausfälle wurden aus Sicht der CDU als Versäumnisse der Landesregierungheftig kritisiert. Hubert Schulze Havixbeck, Vorsitzender der örtlichenCDU, begrüßte die Gäste, darunter Bürgermeister Klaus Gottschling, und dieDiskussionspartner.
Aus Düsseldorf kamen die CDU-Landtagsabgeordneten BernhardRecker und Bernhard Schemmer. Clemens Roggenbuck von der Gewerkschaft für Erziehungund Wissenschaften, Kreistagsmitglied Winfried Specker und der HavixbeckerJU-Vorsitzende Frank Bolz komplettierten das Podium. Zumindest inHavixbeck scheint die Bildungslandschaft einigermaßen in Ordnung. WinfriedSpecker begrüßte den Schritt des Grundschulleiters Hans-Heinrich Badengoth, imkommenden Schuljahr sechs Klassen für 149 einzuschulende Kinder zu bilden. „Klassenmit 30 und mehr Schülern sind nicht zumutbar“, so Specker. Er befürworteteneben der Übermittagsbetreuung auch eine Ganztagsschule. „Wir müssen dem Wandelin der Gesellschaft mit vielen Alleinerziehendenund Doppelverdienern Rechnung tragen“, sagte er. Einen Angriff auf die Bildungspolitik des Landes starteteBernhard Recker. NRW-Schulen stünden bundesweit in allen Bewertungen ganz unten,fast elf Prozent des Unterrichts falle aus. Das Vorhaben der Landesregierung,6.100 Lehrer neu einzustellen, reiche nicht. „Bis zu 70.000 Lehrer scheiden inden nächsten zehn Jahren aus, 40.000 neue Schüler werden erwartet und es kommenneue Aufgaben hinzu, zum Beispiel Englisch in der Grundschule“, so der schulpolitischeSprecher der CDU-Fraktion. „Schule mussausbildungs- und studierfähig machen“, erklärte Bernhard Schemmer. Wieschwierig das ist, verdeutlichte Clemens Roggenbuck, der an der GesamtschuleHavixbeck unterrichtet. „Die Politik wollte nicht wahrhaben, dass wir auf eineKatastrophe zulaufen“, erklärte er. Die Christdemokraten nahm er dabei nichtaus der Verantwortung: „Es war parteiübergreifender Konsens, dass Schulausbildungzu teuer ist“, so Roggenbuck. Es fehle an Lehrern, vor allem in Technik, Musikund Englisch, in Naturwissenschaften sowie in der Kombination Mathe/Physik. Auch denSchülern schmeckt der Unterrichtsausfall nicht. „Der Stoff wird schneller durchgezogenoder fällt ganz weg“, so Frank Bolz. Da zudem disziplinlose Schüler oft denUnterricht störten, könnte sich der JU-Vorsitzende mit Kopfnoten für sozialesVerhalten anfreunden. Vor allem forderte er, dass ein stabiles Grundwissengelehrt werde – textiles Gestalten gehört nicht unbedingt dazu. „Meine Marionettehat mir ohnehin meine Mutter gehäkelt“, gestand er. Bildzeile: Lehrermangelund Unterrichtsausfall kritisierten die Landtagsabgeordneten Bernhard Schemmerund Bernhard Recker, Gesprächsleiter Martin Groß-Langenhoff, Gesamtschullehrer ClemensRoggenbuck, Schüler Frank Bolz und Kreistagsmitglied Winfried Specker.